Henrik Freischlader spielte Blues für Gary Moore - Musa Göttingen

Man kann nicht anders, als ihn sympathisch zu finden, den schlanken, netten Kerl mit der Schiebermütze auf dem Kopf und dem strahlenden Lächeln. Seine Augen leuchten, als Henrik Freischlader zum Ende des Konzerts erzählt, dass all das, was er bisher in seiner musikalischen Laufbahn erreicht hat, nicht möglich gewesen wäre, wenn es Gary Moore, den bekannten irischen Rock- und Bluesgitarristen nicht gegeben hätte. Durch ihn ist er überhaupt erst zum Gitarre spielen gekommen, und auch im Wesentlichen beeinflusst worden.

 

Dass dem so ist, spürt man das komplette Konzert hindurch, das er seinem Idol und dessen Musik gewidmet hat. Freischlader lebt jeden einzelnen Song tief aus seinem Innersten heraus. Wenn man die Augen schließt, könnte man denken Gary Moore würde höchstselbst die Gitarren bedienen, zwischen denen Freischlader immer wieder wechselt. Das begeisterte Publikum in der Göttinger Musa bekam unter anderem Stücke wie "The Blues", "Pretty Woman", Don't you lie to me", "Since I met you Baby", I love you more than you'll ever know" und als Zugabe "The Messia will come again", geboten.

 

Freischlader beherrscht sämtliche Spielarten auf der Gitarre ebenso wie sein Vorbild Gary Moore, und dennoch haben alle Stücke eine eigene, persönliche Note. Sanft, gefühlvoll, dann wieder hart und rasend schnell, bearbeitet er die Saiten. Seine Stimme passt sich den unterschiedlichen Songs gut an.

 

Zwischdurch geht er immer wieder auf Tuchfühlung mit dem Publikum, erzählt, scherzt mit den Fans und animiert die Menschen im Saal zum Mitsingen. Es war ein tolles Konzert mit einem herausragenden Gitarristen und seiner großartigen Band, bestehend aus Ex-Moore-Bassist Pete Rees, Vic Martin an der Hammond-Orgel (ebenfalls ehemaliges Bandmitglied von Gary Moore) und Moritz Meinschäfer am Schlagzeug. (ah)